Deine Kraft liegt ausschließlich in der Gegenwart. Das JETZT ist der einzige Ort, an dem du etwas verändern, neue Wege einschlagen oder neue Möglichkeiten kreieren kannst. Alles, was in der Vergangenheit liegt, kannst du nicht mehr verändern. Geschehen ist geschehen. Auch alles, was in der Zukunft liegt, kannst du heute nur erahnen. Der einzige Zeitpunkt, an dem du in deiner vollen Kraft bist, ist im JETZT. Du handelst im JETZT. Du triffst Unterscheidungen und Entscheidungen im JETZT.

Doch wie kann man da hin gelangen? Wie groß ist das JETZT? Wie ist es möglich im JETZT zu leben und so in die volle Kraft zu kommen?

Was ist JETZT?

2017-03-14_GeradeJetztEigentlich dauert ein JETZT nur einen Augenblick; wenn wir mal der Definition einer einschlägig bekannten freien Enzyklopädie glauben: „Eine neuropsychologisch wichtige Zeitspanne ist die Dauer jenes Augenblicks, den wir subjektiv als Gegenwart erleben und in dem wir Eindrücke als jetzt gemeinsam fassen. Nach verschiedenen Untersuchungen soll diese Spanne rund drei Sekunden dauern […].“ Doch so ein Augenblick kann unterschiedlich schnell vergehen. Dass Zeit relativ ist, wissen wir seit Albert Einstein. Die Augenblicke, die du auf einer Grillparty mit deinen Freunden verbringst, scheinen dir wahrscheinlich sehr kurz. Während der Augenblick, in dem du sehr große Schmerzen hast, viel zu lang sein kann.

Wenn wir unser JETZT unbewusst sehr groß wählen, reicht es teilweise bis in die Vergangenheit hinein. Was bedeutet das? Es kann sehr viele Annahmen, Grübeln, Ausreden warum etwas nicht funktionieren kann und „negative“ Erfahrungen beinhalten. In die andere Richtung funktioniert das Ganze genauso. Wenn wir unser JETZT auf die Zukunft ausdehnen schließt es vielleicht Versagensängste, Erwartungen, Phantasien und Befürchtungen mit ein. So ein großes JETZT kann eine ziemliche Belastung darstellen. Dieser Ballast – all das Grübeln und Zögern – verhindern die Chance auf Veränderungen in unserem Leben und erhöhen die Gefahr, dass alles so bleibt wie es ist. Unsere Box (= Ego, Weltanschauung) hat gewonnen. Denn unsere Box liebt nichts mehr, als Vorhersehbarkeit und vermeintliche Sicherheit.

Viele von uns leben in einem sehr ausgedehnten JETZT. Dieses JETZT kann eine Woche sein, ein Monat, oder vielleicht sogar ein ganzes Jahr. Kennst du nicht auch Menschen – oder vielleicht bist du selber einer von ihnen – die sagen: „Momentan ist schlecht, ich muss noch so viel erledigen.“ Sie benutzen zwar das Wort „momentan“, meinen aber vielleicht die nächsten Wochen. Sie vertrösten sich dann mit: „Wenn ich mal in Rente bin, dann …“ oder „Im Urlaub kann ich mich endlich mal ohne schlechtes Gewissen entspannen.“ Diese Menschen haben sich einen Verteidigungsmechanismus aufgebaut, indem sie ein möglichst großes JETZT schaffen, so dass sie nichts an ihrem Leben ändern brauchen. Indem sie zum Beispiel immer im Stress stecken, können sie alles so belassen wie es ist. Sie brauchen keine neuen Wege gehen, es ist vertraut und es könnte auch ziemlich bequem sein.

Neue Möglichkeiten

Doch wie kannst du neue Wege gehen, wenn du nicht Möglichkeiten hast, dich neu zu erfinden? Und diese Möglichkeiten – richtig – die hast du nur im JETZT. Um in die eigene Kraft zu kommen, ist es unumgänglich die Zeitspanne zu minimieren, die wir JETZT nennen. Wie kannst du Dein JETZT minimieren, um unendlich viele Möglichkeiten zu haben, dich jeden Moment neu zu entscheiden und anders zu handeln? HandelnUm Dein persönliches JETZT zu minimieren, musst du Schritte einleiten, um die Wahrnehmung dessen, was gerade in dir vor geht oder um dich herum passiert, in immer kleinere Zeitabschnitte zu schrumpfen.
Das erfordert Übung. Dafür musst du viel Gepäck aus der Vergangenheit fallen lassen. Keine Sorge, ich spreche hier nicht davon, deine Identität aufzugeben oder Erfahrungen zu missachten. Sondern von dem klaren Bewusstsein, das etwas nicht in einer bestimmten Art und Weise laufen muss, nur weil alles in der Vergangenheit darauf hingedeutet hat. Du entkoppelst deine Zukunft von der Vergangenheit. Ich kenne das von mir, dass ich ein „Problem“ sehr lange hin und her wälze, alle Eventualitäten durchspiele und so schlecht zu einer neuen Entscheidung komme. Unser Gehirn ist ein großartiges Instrument, um vorauszuplanen – zum Beispiel ein Projekt zu strukturieren – und genauso kann uns das ewige Grübeln, aus unserem Zentrum und unserer Entscheidungskraft bringen. Denk daran, wenn du aus dem JETZT, aus deiner Kraft heraus handelst, kannst du dich jeden Moment neu entscheiden.

Genauso könntest du auch das HIER minimieren. Ich spreche nicht von Minimalismus oder ausmisten, sondern von der Fokussierung auf das, wie du gerade HIER bist. Vergiss für den Moment das Gebäude oder den Raum um dich herum, und konzentriere Dich nur auf den Stuhl, auf dem du sitzt. Dieser Platz ist da, wo das HIER ist und der Moment ist da, wo das JETZT ist.

GeschichtenDurch die Minimierung vom HIER und JETZT auf die (oben genannte) kleinstmögliche Einheit,* bist du frei von all den Geschichten, den Konzepten und Philosophien, die du mit dir herum schleppst. Dadurch kannst du Veränderungen bewirken, die von außen vielleicht wie ein Ding der Unmöglichkeit scheinen. In diesem JETZT hast du deine Kraft in vollem Besitz. Kraft, um loszulegen, zu stoppen oder dich neu zu erfinden. Es geht so wunderbar leicht, wenn du weder Begebenheiten aus der Vergangenheit bewerten, noch alle Eventualitäten aus der Zukunft abwägen musst. Du tust es einfach!

* Um eine Entscheidung zu treffen, brauchst du ca. drei Sekunden. Eine Sekunde für die Entscheidung und zwei Sekunden, damit sich dein Glaubenssystem (deine Box) neu ordnen kann.

Übungen, um das JETZT zu minmieren:

  1. Ich epmpfehle dir ein Experiment, dass Clinton Callahan in seinem Spark Nr. 14 beschreibt. Am besten machst du dieses Experiment wenn du zu Hause bist oder wenn möglich auch während der Arbeitszeiten. Richte dir in deinem Handy oder deiner Armbanduhr einen Alarm ein, der jede Stunde losgeht. Jedes Mal, wenn dein Alarm losgeht, dann überprüfe deinen Ballast: Grollst du gerade jemandem? Erzählst du dir gerade irgendwelche Geschichten über jemanden oder etwas? Triffst du Annahmen? Grübelst du darüber nach, was du in drei Stunden alles zu erledigen hast? Hängst du irgendwelchen Phantasien nach? Bist du sauer auf jemanden? Hast du Erwartungen? Wenn du auch nur eine dieser Fragen mit JA beantwortest, dann ist dein JETZT nicht minimiert. Das Experiment beinhaltet, all das wieder auszuschalten und bewusst im JETZT anzukommen. Spürst du, wie es leichter wird? Du dich zentrierst und wieder Freue hast?
  2. Lenke bei einem Spaziergang deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf das JETZT – auf das was genau in diesem Augenblick ist; ohne Bewertung, ohne Grübeln, ohne Annahmen. Schaue dich aufmerksam um. Nimm ganz bewusst die Bewegung des Windes in den Wolken, Bäumen und auf deiner Haut war. Spüre in deinen Körper hinein. Bist du zentriert und geerdet? Spürst du irgendwo Anspannung in deinem Körper? Kannst du deinen Herzschlag spüren? Welche Geräusche nimmst du von außen war? Nimmst du vielleicht kritische Stimmen in deinem Kopf war? Lass sie ziehen, ohne Bewertung, ohne sie festhalten zu wollen.
  3. Lebe im JETZT – verschiebe deine Wünsche nicht auf später. Nein, ich fordere dich nicht dazu auf, alle deine Ersparnisse aufzulösen oder deinen Job zu kündigen. Doch vielleicht kennst du das auch folgende Situationen von dir: Da gibt es dieses eine wunderschöne Kleid in deinem Schrank, dass du für einen besonderen Anlass reservierst. Warum? Wenn dir danach ist, dann trage es JETZT. Denke auch nicht stundenlang darüber nach, ob du einen Freund, den du schon lange nicht mehr gesehen hast, anrufen solltest. Mach es gleich: nimm den Hörer in die Hand!

Welche Erfahrungen hast du schon gemacht, um bewusst im JETZT zu sein? Sicher fallen dir noch viele weitere Experimente ein. Teile doch deine Erfahrungen und Tipps mit uns unten in den Kommentaren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim JETZT minimieren

Lisa

 

Lesetipps, um im HIER und JETZT anzukommen:

  1. Das Abenteuer: „Spark Nr. 14 – Wir können Zugang zu neuen Möglichkeiten gewinnen, wenn wir unser JETZT minimieren“ von Clinton Callahan
  2. Das Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle. Er beschreibt darin, dass all unsere Kraft in der Gegenwart – im JETZT – liegt.
  3. In dem eBook „7 Schritte zu mehr Leichtigkeit in deinem Leben“ beschreibe ich, wie wir mehr und mehr Leichtigkeit in unseren Alltag integrieren können. Der erste Schritt und somit das erste Kapitel trägt die Überschrift „Minimiere dein JETZT“. Du hast gerade eine erweiterte und überarbeitete Version dieses Kapitels gelesen. Wenn du weiter forschen möchtest, wie du Leichtigkeit in dein Leben einlädst, dann lade dir das eBook kostenfrei herunter.